306Jahr 3EntwicklungBetrieb

Kleinprojekte im eigenen Berufsumfeld abwickeln

Offizielles Modul des CFC ICT-Bildungsplans 2024 — 7 bewertete Kompetenzen.

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Bewertete Kompetenzen

Was du können musst

Applikationsentwicklung

  • g4: Umsetzungsvarianten einer Applikation erarbeiten und Lösung konzeptionell entwickeln

    Die Informatikerinnen und Informatiker erarbeiten Umsetzungsvarianten für eine Applikation und entwickeln ein Realisierungskonzept für die gewählte Variante. Dabei arbeiten sie eng mit ihrem Team und den Stakeholdern zusammen: Mit Entwürfen und Beschreibungen präsentieren sie zunächst die grundlegenden Varianten in Bezug auf deren Implementierung (z. B. Technologien, Komponenten, Frameworks, Bibliotheken, Systeme). Zusammen mit den jeweiligen Stakeholdern erstellen sie eine nachvollziehbare Nutzwertanalyse der verschiedenen Varianten mit relevanten und bewertbaren Entscheidungskriterien. Auf der Grundlage der Nutzwertanalyse beraten sie die Stakeholder bei deren Entscheidungsfindung, um sie zur optimalen Lösung zu führen. Dabei achten sie darauf, dass die Lösung ethisch und rechtlich vertretbar ist. Schliesslich überprüfen sie die gewählte Variante, eventuell in Form einer Machbarkeitsanalyse (→ a3).

ICT-Projekte begleiten

  • a1: Bedürfnisse der Stakeholder im Rahmen eines ICT-Projekts klären und dokumentieren

    Die Informatikerinnen und Informatiker erfassen die Projektziele und die Bedürfnisse der Stakeholder und dokumentieren diese: Sie erkundigen sich zunächst nach den Projektzielen und klären die allgemeinen Parameter wie Kosten, Dauer, Qualität, Umfang, Verantwortlichkeiten und Methodik (Auftakttermin zur Erstellung eines Fahrplans). Dazu wenden sie verschiedene Befragungsund Beobachtungstechniken an (z. B. offene Fragen, geschlossene Fragen, Sitzung, Workshop, Shadowing-Technik, Simulation der zu entwickelnden Lösung mittels Zeitsprung). Dank ihrer Empathie sind sie in der Lage, die Bedürfnisse der Stakeholder/Kundschaft optimal zu erfassen und das Gespräch zielgerichtet zu führen. Anschliessend analysieren sie den Systemkontext: Welche Anforderungen muss das zu entwickelnde System erfüllen? Sie klären die Abgrenzung von System und Kontext und identifizieren die Schnittstellen. Sie erarbeiten Lösungen, um allfällige Zielkonflikte zu vermeiden. (Anforderungserhebung)

  • a2: Vorgehensmodell für ein ICT-Projekt festlegen

    Die Informatikerinnen und Informatiker wählen ein Vorgehensmodell, das den Zielen und Anforderungen des Projekts angemessen ist: Zuerst analysieren sie die unter Handlungskompetenz a1 ermittelten Parameter und die vom Auftraggeber vorgegebenen Bedingungen (z. B. Teamstruktur, Anforderungsdynamik, Entwicklungskultur, Teamgrösse). Anschliessend wägen sie Vorund Nachteile verschiedener planorientierter oder agiler (iterativer, inkrementeller) Vorgehensmodelle in Bezug auf das ICT-Projekt ab, bewerten sie und wählen das geeignete Modell aus. Bei Bedarf passen sie das Modell an die Besonderheiten des Projekts an (Process Tailoring).

  • a4: ICT-Projekte und Aufgaben gemäss einem Vorgehensmodell planen

    Die Informatikerinnen und Informatiker planen die Aufgaben gemäss dem gewählten Vorgehensmodell: Unabhängig vom Vorgehensmodell zerlegen sie eine Gesamtaufgabe in kleinere Aktivitäten, die einfacher zu bewerten und einer Ressource zuzuordnen sind (vom Ganzen ins Detail). Sie differenzieren die Aktivitäten nach Aufwand und Arbeitsdauer, erstellen eine Zeitschätzung und beurteilen den Komplexitätsgrad der Aufgabe. Anschliessend klären sie die sequenziellen Abhängigkeiten der Aktivitäten, legen deren chronologische Reihenfolge und gegebenenfalls die erforderlichen Ressourcen fest. Schliesslich bündeln und priorisieren sie die für die Erreichung eines Zwischenziels erforderlichen Aktivitäten auf der Basis zeitlicher oder funktionaler Vorgaben und halten alles fest. Im Folgenden wird der Ablauf der Aufgaben am Beispiel von Scrum, rollenübergreifend, einfach erklärt: Sprint-Planung, Daily Stand-up, Review, Retrospektive und anschliessend die nächste Iteration.

  • a5: Varianten von ICT-Lösungen visualisieren und präsentieren

    Die Informatikerinnen und Informatiker visualisieren die Varianten von ICT-Lösungen und präsentieren sie: Zuerst identifizieren sie die Zielgruppe und ihren Informationsbedarf zu ICT-Lösungen gemäss Anforderungskatalog. Auf dieser Grundlage identifizieren sie die Merkmale der ICT-Lösungen, die für die Zielgruppe spezifisch sind. Sie fassen die Erkenntnisse aus diesen Merkmalen in einer visuellen Form zusammen, die der Zielgruppe und der Problematik angepasst ist (z. B. Flipchart, Whiteboard, Präsentationsprogramm, Videokonferenz). Dabei nutzen sie ihre Kreativität und Abstraktionsfähigkeit. Schliesslich präsentieren sie ihre Lösungsvorschläge überzeugend und nachvollziehbar, um den Entscheidungsträgern bei der Entscheidungsfindung zu helfen (z. B. Storytelling-Technik).

  • a6: Fortschritt der ICT-Projekte und Aufgaben überprüfen und gemäss Vorgehensmodell darüber berichten

    Die Informatikerinnen und Informatiker verfolgen regelmässig den Stand des Projekts und der zugewiesenen Aufgaben und berichten gemäss dem projektspezifischen Vorgehensmodell darüber: Je nach Rolle fordern sie eine Bewertung des Fortschritts der zugewiesenen Aufträge an oder geben sie ab (persönlich oder mittels eines Tools). Wenn sie eine Koordinationsoder Projektleitungsrolle innehaben, gehen sie folgendermassen vor: Sie sammeln die Bewertungen, kategorisieren und priorisieren sie. Anschliessend konsolidieren sie die Bewertungen und erarbeiten bei Bedarf Vorschläge für Korrekturmassnahmen. In einem weiteren Schritt halten sie den Projektfortschritt fest, stellen ihn visuell dar und kommunizieren ihn. Schliesslich legen sie zusammen mit den Entscheidungsträgern das weitere Vorgehen fest, z. B. die Entscheidung über Korrekturmassnahmen.

  • a7: ICT-Lösung dem Kunden übergeben und Projekt abschliessen

    Die Informatikerinnen und Informatiker übergeben die ICT-Lösung an den Kunden und schliessen das Projekt gemäss den im Projektauftrag vereinbarten Bestimmungen ab: Zuerst identifizieren sie beim Kunden die in diesen Schritt einzubeziehenden Personen. Falls nichts vorgesehen ist, definieren sie zusammen mit dem Kunden die Abnahmekriterien und das Abnahmeverfahren sowie den zeitlichen Ablauf der Übergabe. Anschliessend stellen sie die im Projektauftrag vereinbarte Dokumentation zur Verfügung. Bei Bedarf planen sie eine Schulung/Instruktion und bereiten die entsprechenden Unterlagen vor. Danach führen sie die Projektabnahme durch den Kunden gemäss den definierten Kriterien durch und erstellen ein Abnahmeprotokoll.

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